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Mitglied Deutscher Gutachter und Sachverständige Verband (https://www.dgusv.de)


Bauherrin

 

Als Bauherrin gilt, wer im eigenen Namen oder für eigene oder fremde Rechnung Bauvorhaben vorbereitet oder ausführt oder vorbereiten oder ausführen lässt. Er kann sowohl eine

natürliche Person als auch eine juristische Person sein.

 

Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Pflichten

Vom ersten Spatenstich bis zum fertigen Haus ist es ein weiter Weg. Als Bauherrin tragen Sie in dieser Zeit für alles, was auf Ihrer Baustelle geschieht, die Verantwortung.

Eine Bauherrin übernimmt die Planung und Umsetzung eines Bauvorhabens.

Beauftragt der Erwerber einen Bauträger, gilt letzterer als Bauherrin.

Damit gehen verschiedene Pflichten und Aufgaben einher. Die Sicherheit auf der Baustelle hat höchste Priorität.

 

Wer ist Bauherrin

Als Bauherr wird derjenige bezeichnet, der für die Vorbereitung, Planung und Umsetzung eines Bauvorhabens verantwortlich ist. Übernehmen Sie selbst alle Aufgaben, schlüpfen Sie in

die Rolle als Bauherrin.

Wird Ihnen die Last auf den Schultern zu schwer, können Sie Teilbereiche an einen Architekten abgeben. Bauherrin bleiben weiterhin Sie. Aber: Auch eine juristische Person, zum Beispiel

ein Bauträger, kann Bauherrin sein. Es kommt also darauf an, ob Sie selbst bauen oder bauen lassen.

 

Welche Aufgaben und Pflichten hat ein Bauherr

Bevor der Startschuss für Ihr Bauprojekt fällt, sollten Sie sich mit den geltenden Vorschriften in Ihrem Bundesland befassen. Die Bauherrinnenpflichten sind in den einzelnen

Landesbauverordnungen geregelt.

Ausnahmen bestätigen die Regel: Erkundigen Sie sich vor dem Bau bei Ihrer Gemeinde, ob es kommunale Vorgaben gibt. Die Pflichten als Bauherrin betreffen nicht nur die Bauphase an

sich. Einige Regelungen gelten auch vor und nach dem Bau.

 

Zu den wichtigsten Aufgaben gehören

Bauantrag stellen: Für den Hausbau müssen Sie eine Baugenehmigung beantragen. Das heißt: Als Bauherrin sind Sie dafür verantwortlich, dass eine solche Genehmigung bereits vor

Baubeginn vorliegt.

Zuständig ist das örtliche Bauamt. Dort können Sie auch in Erfahrung bringen, welche Unterlagen Sie für den Bauantrag benötigen. Häufig hilft Ihnen der Architekt damit, er gilt auch als

Entwurfsverfasser.

Meldepflichten einhalten: Wann geht es los und wer ist beteiligt. Das Bauamt möchte auch nach Erteilung der Baugenehmigung auf dem Laufenden gehalten werden. Spätestens eine

Woche vor Beginn der Bauarbeiten müssen Sie daher eine Baubeginnsanzeige vorlegen und dem Bauamt Bauleiter und andere Mitwirkende nennen. Dasselbe gilt übrigens nach der

Fertigstellung. Hier ist eine Frist von zwei Wochen üblich.

 

Für Sicherheit auf der Baustelle sorgen

Sicherheit geht vor – erst recht auf der Baustelle. Sie sind dazu verpflichtet Ihr Grundstück so abzusichern, dass Handwerkern oder Nachbarn beim Arbeiten nichts passieren kann.

Vernachlässigen Sie etwa Ihre Verkehrssicherungspflicht, werden Sie bei einem Unfall schadensersatzpflichtig. Oftmals beauftragen zukünftige Hausbesitzer einen Bauleiter, der sich um

die Baustelleneinrichtung kümmern und für die nötige Sicherheit sorgen soll. Das entbindet Sie jedoch nicht von einer regelmäßigen Kontrollpflicht auf der Baustelle.

Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGe-Koordinator) bestellen: Laut Baustellenverordnung ist der/die Bauherrin verpflichtet, einen Sicherheits- und

Gesundheitsschutzkoordinator zu bestellen.

Diese Regelung gilt für alle Baustellen, auf denen Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig sind. Der Koordinator sorgt unter anderem dafür, dass Arbeitsschutzmaßnahmen eingehalten

werden.

Unfälle bei der Berufsgenossenschaft melden: Passiert trotz aller Sicherheitsvorkehrungen ein Unfall, ist der/die Bauherrin verpflichtet, diesen innerhalb einer Woche bei der

Berufsgenossenschaft anzuzeigen.

 

Mitwirkungspflicht beachten

Die Handwerker arbeiten und der/die Bauherrin kann die Hände in den Schoß legen. Ganz so einfach ist das nicht. Als Bauherrin haben Sie eine Mitwirkungspflicht am Bau. Sie müssen

beispielsweise dafür sorgen, dass das Material an einem sicheren Ort gelagert werden kann.

Zahlungsverpflichtungen nachkommen: Mit dem Hausbau flattert eine Rechnung nach der anderen ins Haus. Achten Sie darauf, dass keine untergeht. Denn wer Zahlungstermine nicht

einhält, muss mit zusätzlichen Kosten oder sogar einer Vertragskündigung rechnen.

 

Erbrachte Leistungen abnehmen

Haben die Handwerker alles zu Ihrer Zufriedenheit erledigt? Als Bauherrin sind Sie verpflichtet, das regelmäßig zu überprüfen – auch im eigenen Interesse. Denn wenn gepfuscht wurde,

muss die Firma für ihre Fehler geradestehen und die Baumängel beheben. Sofern nichts anderes vereinbart wurde, haben Sie für die Bauabnahme 12 Werktage Zeit.

 

Welche Rechte hat ein/eine Bauherrin

Neben den genannten Pflichten sichert das Baurecht Ihnen als Bauherr natürlich auch Rechte zu, die Sie im Zweifelsfall durchsetzen dürfen. Diese richten sich in erster Linie gegenüber

Bauunternehmen und den Architekten.

 

Freie Auswahl

Egal ob Handwerker oder Architekten – Sie dürfen selbst bestimmen, wer am Hausbau beteiligt sein soll. Bei Bauunternehmen aus der Fertighausbranche werden die Handwerker in der

Regel gestellt.

Ausführungsrecht: Als Bauherrin haben Sie die Möglichkeit, durch Eigenleistung Ihren Teil beizutragen.

Auf die Einhaltung von Terminen bestehen: Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind für einen reibungslosen Ablauf auf dem Bau enorm wichtig. Nur wenn ein Rädchen ins andere greift,

gibt es keine Verzögerungen. Als Bauherrin dürfen Sie darauf bestehen, dass Termine eingehalten werden – und im Ernstfall sogar Schadenersatz verlangen.

 

Einen Sachverständigen einschalten

Sie haben bei der Bauabnahme das Recht, einen Bausachverständigen einzuschalten, der den Bau auf Mängel hin überprüft und diese schriftlich festhält.

 

Bauabnahme verweigern

Wurden Fehler festgestellt, ist der ausführende Handwerkerbetrieb verpflichtet, diese umgehend zu beseitigen. Tut er dies nicht, kann der Bauherr die Abnahme der Bauleistung

verweigern.

 

Betretungsrecht

Bauen mit Schlüsselfertig-Firmen:

Laut Baurecht gilt grundsätzlich; ein/eine Bauherrin muss das Baugrundstück und zukünftige Eigenheim jederzeit betreten können. Damit die Baufirma Ihr Grundstück betreten darf,

erhält sie ein eingeschränktes Hausrecht. Einige Schlüsselfertig-Firmen treiben es aber auf die Spitze: Sie verweigern nicht nur Unbefugten, sondern auch dem/der Bauherrin den Zutritt

zum künftigen Eigenheim. Damit entfalle die Chance, den Baufortschritt regelmäßig von unabhängigen Sachverständigen begutachten zu lassen und bei festgestellten Mängeln

entsprechende Beträge zurückzubehalten, kritisiert der Verband Privater Bauherrn (VPB). Diese Einschränkung sei oft in den AGB versteckt, warnen die Experten. Sie empfehlen daher den

Bauvertrag gründlich zu lesen und gegebenenfalls von einem Fachanwalt prüfen zu lassen. Sollten Abschlagszahlungen mit dem Bauunternehmen vereinbart worden sein, ist die

Zutrittsklausel ohnehin unwirksam.

Bauen mit Bauträger:

Bauen Sie hingegen mit einem Bauträger, sieht die Situation anders aus: Die Immobilie samt Grundstück gehört bis zur Übergabe dem Bauträger. Rechtlich gesehen ist also der Bauträger

Bauherrin. Ihre Rechte als Käufer sind daher deutlich eingeschränkt. Das bedeutet: Sie haben weder ein Mitspracherecht bei der Gestaltung noch ein Weisungsrecht gegenüber

Handwerkern. Auch das Betretungsrecht ist eingeschränkt. Sie dürfen die Baustelle beispielsweise nicht alleine betreten.

 

Wenn der Architekt Bauherrin ist

Wie bereits erwähnt, können Sie auch einen Architekten beauftragen und sind damit von einzelnen Pflichte als Bauherrin entbunden. Da Sie jedoch weiterhin Bauherrin sind, haben Sie

bei allen Fragen, die Ihr Bauvorhaben betreffen, ein Wörtchen mitzureden. Der Architekt übernimmt in der Regel folgende Aufgaben:

Suche nach einem Baugrundstück, Planung des Gebäudes, Übernahme der Behördengänge, Bauabnahme nach Fertigstellung.

Geht beim Bau etwas schief, zum Beispiel durch Planungs- oder Koordinationsfehler des Architekten, kann dieser haftbar gemacht werden. Daher sollten Sie sich nur für einen Fachmann

entscheiden, der einen aktuellen Berufshaftpflicht-Nachweis vorlegen kann.

 

Bauherrschaft an Dritte abtreten

In seltenen Fällen wechselt der/die Bauherrin während der Bauphase – beispielsweise, weil das Grundstück verkauft wird. Mit dem Wechsel überträgt der/die „alte“ Bauherrin dem Neuen

seine Verantwortlichkeiten, Rechte und Pflichten. Sobald der Nachfolger die Baugenehmigung erhält, gilt er als rechtlicher Nachfolger. Wichtig: Die Bauaufsichtsbehörde muss schriftlich

informiert werden.

 

Die wichtigsten Versicherungen als Bauherrin

Das Gefahrenpotenzial auf Baustellen ist groß. Im schlimmsten Fall verursacht ein Unfall Schäden in Millionenhöhe. Das kann für unversicherte Bauherrinnen den finanziellen Ruin

bedeuten. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich absichern.

 

Drei Versicherungen sind unerlässlich

Bauherrin-Haftpflichtversicherung

Diese Versicherung springt beispielsweise ein, wenn ein Gerüst umfällt und es Schäden am Nachbargrundstück verursacht. Die Bauherrin-Haftpflichtversicherung sollte Schäden in Höhe

von mindestens 5 Millionen Euro abdecken.

Bauleistungsversicherung

Die Bauleistungsversicherung sichert Schäden ab, die das Bauvorhaben gefährden. Dazu zählen Schäden, die durch ein Unwetter oder durch Konstruktions- und Materialfehler

verursacht werden. Aber auch Diebstahl und Vandalismus sind in der Regel abgesichert.

Feuerrohbauversicherung

Die Bauleistungsversicherung kommt zwar für Schäden durch Sturm oder Hagel auf, aber nicht für Schäden durch Feuer.